Trachten als Trend

Die Beliebtheit des Münchner Oktoberfests bei Touristen ist seit Jahren extrem hoch, so dass regelmäßig Hotels ausgebucht sind und die öffentlichen Nahverkehrssysteme überlastet. Auch regionale Kopien des Originals erfreuen sich großer Beliebtheit, in den letzten Jahren auch immer öfter als private Veranstaltung. Die Kernelemente, die dabei übernommen werden sind natürlich bayrisches Bier, Würste, Brezeln und natürlich die scheinbar traditionelle Bekleidung: Dirndl und Lederhosen bekommt man, zumindest zur Oktoberfest-Saison in ganz Deutschland zu kaufen.

Dabei haben diese scheinbar so traditionellen Kleidungsstücke nur wenig mit Trachten im eigentlichen Sinn gemein. Denn diese regionalen Volkstrachten zeichnen sich dadurch aus, dass sie anhand von genauen Merkmalen einer bestimmten Region zugeordnet werden können und gleichzeitig auch den sozialen Status der Trägerin anzeigt. Ein Beispiel für eine echte Tracht sind die sogenannten Bollenhüte aus dem Schwarzwald, die ursprünglich in nur drei Dörfer getragen wurden.

Die Dirndl dagegen waren schon immer eher ein Teil der Mode anstelle der Tradition: Zwar sind klare Einflüsse verschiedener Trachten zu erkennen, allerdings hat es keinen klaren Bezug mehr zu einer Region. Charakteristisch für Dirndl ist, dass sie am Oberkörper eng anliegen und meist einen weiten, eckigen oder runden Ausschnitt haben. Der Rock dagegen ist leicht ausgestellt und kann in der Länge variieren. Darunter trägt man in der Regel eine Dirndlbluse, die besonders kurz geschnitten ist und knapp unter der Brust endet. An Mustern und Farben kann man heute alles finden, dazu kommen teilweise Schnürungen und weiße Schürzen. In Mode kam es erstmals Ende des 19. Jahrhunderts, als die Stadtbevölkerung Kleider in diesem Stil für sich entdeckte. Besonders beliebt waren sie deshalb, weil sie relativ günstig zu bekommen waren und einen ländlichen Charme ausstrahlten.

Zweiteres gilt auch heute noch, allerdings liegen Dirndl heute oft eher im gehobenen Preissegment. Das hat sicher damit zu tun, dass besonders die „Schönen und Reichen“ das Oktoberfest besuchen und sich deswegen vor allem hochwertige Designerlabels mit der Gestaltung und Herstellung von Dirndln beschäftigen. Jedoch erfreut sich diese Mode seit den 90er Jahren langsam immer größerer Beliebtheit, so dass man sich heute auch problemlos günstig für den Oktoberfestbesuch einkleiden kann. Dies ist besonders von Vorteil, wenn man in eher nördlichen Regionen lebt, wo die Gelegenheit das Dirndl zu tragen nur einmal im Jahr kommt – zum Oktoberfest.


Kostenlose Webseite von Beepworld
 
Verantwortlich für den Inhalt dieser Seite ist ausschließlich der
Autor dieser Homepage, kontaktierbar über dieses Formular!